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Liebe Kundin, lieber Kunde
Wir möchten Ihnen neben der reinen Produktpräsentation
gerne auch Hintergrundinformationen zum Land Jordanien
anbieten. Jordanien ist nicht nur ein Land des Nahen
Ostens mit einer vielschichtigen Gegenwartskultur, sondern
blickt auch auf eine fast 10.000jährige Zivilisationsgeschichte
zurück. An dieser Stelle haben wir daher als Anfang
eine kurze geschichtliche Übersicht (kommentierte
Zeittafel) erstellt, die Ihnen das Land näherbringt
und Ihnen zeigt, dass die Geschicke des Nahen Ostens
und Europas stets historisch, geographisch und kulturell
miteinander verwoben sind und waren.
An dieser Stelle werden bald weiter Beiträge über
Land, Leute, Natur, touristische Highlights u.v.m. folgen.
Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen
Ihr Esuq.
Zeittafel der
Geschichte Jordaniens
ca. 9. Jahrtausend v. Chr.: Jungsteinzeitliche
Jäger und Sammler werden seßhaft und gründen
bei Jericho erste Siedlungen, wie archäologische
Funde nahelegen. Sie bauen Getreide an und halten Haustiere.
4000 - 3100 v. Chr.: Funde weisen
auf Ansiedlungen i.d. Nähe von Irbid hin.
3000 - 1550 v. Chr.: Frühe Bronzezeit:
Stämme semitischer Sprache der auch biblisch erwähnten
Kanaaniter und Ammoniter wandern ins Gebiet des heutigen
Jordaniens ein.
Aus dieser Zeit stammt auch die biblisch überlieferte
Einwanderung Abrahams. Die bis dahin sicher z.T. noch
nomadischen Völker kamen vermutlich aus dem Gebiet
des Zweistromlandes (zwischen Euphrat und Tigris).

(Zentrum von Amman, dem vormaligen
Rabbath Ammon) |
seit 1200 v.
Chr.: Ansiedlung der Philister (davon abgeleitet
die Bezeichnung Palästina, Palästinenser),
die im Zuge des "Seevölkersturms"
vermutlich aus dem Gebiet des nordöstlichen
Mittelmeerraums kamen. Erwähnt werden diese
"Seevölker" in zeitgenössischen
ägyptischen Quellen. 1200
v. Chr.: Entstehung, der auch in der Bibel
erwähnten Königreiche Edom, Moab und Ammin,
im Gebiet zwischen Amman und Aqaba. In diese Zeit
fällt auch die Gründung der Stadt Amman,
dem damaligen Rabbath Ammon, die die Hauptstadt
der Ammoniter war. |
ca. 700 - 500 v. Chr.: Nacheinander
erobern Assyrer, Babylonier und Perser das Gebiet beiderseits
des Jordans und zerschlagen die kleinen Reiche der Moabiter,
Edomiter und Ammoniter
ab dem 6 Jh vor Christus: Nomadische
Stämme aus Nordarabien ziehen ins Gebiet um Petra
und begründen das Reich der Nabatäer. Mit
ihrer zwischen den Felsen gelegenen Stadt bringen sie
den Zwischenhandel mit Gütern aus Südarabien
und Asien unter ihre Kontrolle und bringen es zu großem
Reichtum, einhergehend mit der Entwicklung einer Hochkultur.
Die Nabatäer widerstehen mehreren Eroberungsversuchen
u.a. durch die Griechen und erweitern bis zum 1. Jh.
n. Chr. ihr Staatsgebiet zeitweise bis nach Damaskus
und auf den Sinai. Im Jahre 106 n. Chr. wird das bis
dahin unabhänige Königreich vom römischen
Kaiser Trajan zu einer römischen Provinz gemacht.
Trotzdem bleibt Petra noch einige Jahrhundert eine wichtige
Stadt im Vorderen Orient.
330 - 63 v. Chr.: Durch die Eroberungszüge
Alexanders des Großen gerät auch das Ostjordanland
in den Einflußbereich des hellenistischen Kulturkreises.
Die Nabatäer integrieren viele griechische Kulturelemente
in ihre Kultur.
63 v. - 395 n. Chr.: Die Römer
machen die Region zu einer Provinz. In der Folge entsteht
u.a. die Dekapolis, der Zehn-Städte-Bund, zu dem
neben Jerash (Gerasa) und Umm Qais (Gadara) auch Amman
(Philadelphia) gehören. Durch Handel entstehen
Reichtum und kulturelle Blüte.
Große Bauwerke wie das Amphitheater in Amman und
die guterhaltenen Ruinen in Jerash zeugen von dieser
Zeit.
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395 - 636 n. Chr.:
Durch die Trennung des römischen Reiches in
Westrom (Katholizismus) und Ostrom (Byzanz) nach
dem Tode Theodosius d. Gr. ist das Gebiet des heutigen
Jordaniens während dieser Zeitspanne griechisch-byzantinisch
geprägt. Die vielen guterhaltenen Mosaike (Madaba,
Franziskanerkloster auf dem Berg Nebo) zeugen von
dieser Epoche.
Gleichzeitig wird das Gebiet immer wieder zum Schauplatz
von Kriegen zwischen Byzantinern und den nach Westen
drängenden sassanidischen Persern. Durch die
jahrhundertelangen Kämpfe werden beide Großreiche
allmählich zermürbt und sind bei der Ankunft
der arabisch-islamischen Invasion zu geschwächt
um dem Schwung des Angriffs zu widerstehen.
636 n. Chr bis Ende 11. Jh.:
Muslimisch-arabische Truppen besiegen am Yarmukfluß
ein byzantinisches Heer und sichern sich damit
die Vorherrschaft auch im Gebiet des heutigen
Jordaniens, das dadurch islamisiert wird. In den
folgenden 100 Jahren dehnen die Truppen des Propheten,
insbesondere unter den Ommayaden, ihre Expansion
im Westen und im Osten aus und errichten ein arabisches
Weltreich, dessen weiteste Ausdehnung im 8. Jh.
von Westeuropa bis an die Grenzen Indiens reicht. |
In den folgenden Jahrhunderten besitzen die Araber
die Seeherrschaft im Mittelmeer (Eroberung von Zypern,
Kreta, Sizilien, Sardinien, Korsika und der Balearen
im 9 Jh.) und kontrollieren dadurch den Handel mit den
in Europa begehrten Waren aus Fernost. Ab der Mitte
des 9. Jh. zerfällt die territoriale Einheit des
bis dahin arabischen Kalifenreichs und es bilden sich
Folgereiche, in denen die jeweiligen islamisierten Völker
und ihre spezifischen Kulturelemente an Bedeutung gewinnen
(z.B.: berberisch-maurisches Element in Spanien und
Nordafrika oder altpersische Elemente in Kunst und Architektur).
Ab dem 11. Jh. treten mehr und mehr islamisierte Turkvölker,
sowie ehemalige Söldner und Kriegersklaven an die
Spitze der muslimischen Staaten. Ein gesamtislamisches
Reich, das viele Araber heute als das "goldenes
Zeitalter" sehen, wird nie mehr verwirklicht.
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