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Es entstehen islamische Hochkulturen mit geistigen und
wissenschaftlichen Zentren z. B. in Cordoba, Bagdad
und Samarkand. Dies geschieht durch schnelle Übernahme
und Fortentwicklung des überlegenen Wissens aus
persisch-indischer und griechisch-römischer Kulturtradition,
auf das Araber bei den anderen Völkern stoßen
und das sie mit der Lehre des Korans verschmelzen.
Die damit einhergehende rege Bautätigkeit hat in
Jordanien beispielsweise die "Lustschlösser
der Ommayadenkalifen" hinterlassen oder den Felsendom
in Jerusalem.
Nach der Zerschlagung des Ommayadenkalifats (um 750
n. Chr.) durch die Abbassiden (750 - 1258 n. Chr.) fällt
das Gebiet des heutigen Jordaniens in eine unbedeutendere
Rolle zurück, was nicht zuletzt mit der Verlegung
des Kalifats von Damaskus nach Bagdad unter den Abbasiden
zusammenhängt.
Mit der Eroberung Jerusalems durch die vereinigten Kreuzfahrerheere
(1099 n. Chr.) Westeuropas rückt das Gebiet des
heutigen Jordaniens wieder verstärkt in den nicht
zuletzt militärischen Blickwinkel der damaligen
Großmächte.
11. - 13. Jh.:
Diese Zeit der Geschichte Jordaniens ist eng verknüpft
der Ankunft europäischer Kreuzfahrer ("Lateinische
Kreuzfahrerstaaten") und der Interaktion mit
den muslimschen Nachbarstaaten.
Nach der christlichen Eroberung verschiedener Städte
und Gebiete längs der Mittelmeerküste
entstehen eine Reihe sog. lateinischer Königreiche.
Trotz immer wieder aufflammender Kämpfe zwischen
den christlichen und muslimischen Staaten (auch
gemischte Koalitionen), kommt es doch auch zu einem
Kulturaustausch und die Kreuzfahrer nehmen orientalische
Lebensweise und Gebräuche aus der überlegenen
Kultur an oder verheiraten sich auch z.T. mit Araberinnen.
Nicht zuletzt durch die Kreuzzüge ist einiges
arabisches Kulturerbe nach Europa gelangt wovon
u.a. Begriffe arabischen Ursprungs zeugen (Cafe,
Jacke, Sofa, Matratze, Kittel, Alkohol, Zucker,
Drogerie, matt etc.) |
Byzanthinisches Bodenmosaik
(ca. 6 Jhd.)
entlang der alten Königstraße |
Sultan Saladin erobert im Jahr 1187 Jerusalem von den
Kreuzrittern zurück. Mehrere darauffolgende Kreuzzüge
(u.a. auch unter Stauferkaiser Barbarossa) bringen keine
Rückeroberung Jerusalems. Lediglich der legendäre
Friedrich II, der für seine guten Beziehungen zur
arabischen Welt (er wächst im zu der Zeit arabisch
geprägten Sizilien auf und lernt auch die Sprache)
und die Förderung der Wissenschaften durch toleranten
Umgang mit arabischen Gelehrten in Sizilien bekannt
ist, kann durch Verhandlungen Jerusalem kurzzeitig noch
einmal unter europäische Kontrolle bringen.
Im Jahr 1291 wird die Stadt Akkon als letzte von den
Kreuzrittern aufgegeben. Eine Reihe von imposanten Burgen
wie Kerak und Ajloun in Jordanien zeugen von dieser
Epoche.
Ende des 13. Jh. - 1918: Nach Ende
der Kreuzzüge verliert Jordanien seine militärische
und auch wirtschaftliche Bedeutung. Es ist ein allgemeiner
Verfall der Infrastruktur zu verzeichnen, der auch unter
den Osmanen, die das Gebiet 1517 einnehmen, nicht aufhört.
Erst im Laufe des 19. Jh. beginnt sich das Gebiet allmählich
wieder zu entwickeln (Ansiedlung von Tscherkessen und
halbherzige Modernisierungsversuche des verfallenden
Osmanischen Reiches; aber u.a. Bau der Hedjaz-Bahn Anfang
des 20. Jh, mit deutscher Hilfe)
Während des 1. Weltkrieges unterstützen die
Araber mit ihrem Volksaufstand (unter der Führung
des legendären Lawrence von Arabien) die Briten
im Krieg gegen das mit dem deutschen Kaiserreich verbündete
Osmanische Reich.
1921 - 1946: Unter dem Haschemiten
Abdullah (der Großvater von König Hussein),
entsteht Transjordanien als Emirat.
Im 2. Weltkrieg kämpfen arabisch-jordanische Kontigente
i. d. Arabischen Legion auf seiten der Engländer
gegen die Streitkräfte Hitlerdeutschlands, das
mit Rommels Nordafrikacorps den Nahen Osten erobern
will. Schließlich erhält Transjordanien seine
volle Souveränität.
1948 - 1950: Gründung des Staates
Israel. Dadurch bricht der 1. arabisch-israelische Krieg
aus. Eine Million Palästinenser fliehen aus Ihrer
Heimat und siedeln sich häufig in Jordanien an.
Die jordanische Armee, deren tragendes Element noch
immer die Eliteeinheit der arabischen Legion ist, erobert
die Westbank und kann Ostjerusalem halten. Im Jahr 1950
werden das Westjordanland und Ostjerusalem mit Ostjordanien
zum Haschemitischen Königreich Jordanien vereinigt.
1951: König Abdullah stirbt bei
einem Attentat in Jerusalem.
1953: König Hussein (sein Enkel)
wird neuer Herrscher von Jordanien und gehörte
mit fast 50 Regierungsjahren zu den "dienstältesten"
Monarchen der Welt.
1967: Sechstage-Krieg, Jordanien verliert
Ostjerusalem und die Westbank. Eine 2. palästinensische
Flüchtlingswelle strömt herein.

1988: König Hussein
verzichtet auf das Westjordanland zugunsten eines palästinensischen
Staates
1994: Friedensschluß zwischen
Jordanien und Israel
2000: König Hussein von Jordanien
erliegt einem Krebsleiden. Besucher aus der ganzen Welt
erweisen dem König, der sein Land fast 5 Jahrzehnte
durch alle Unbilden lenkte und zu einem relativen Hort
der Stabilität machte, die letzte Ehre.
Sein Sohn König Abdallah wird sein Nachfolger.
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